
Wie eine Mahlzeit aufgebaut ist
Ichiju-sansai
Die Zahl
1 Suppe · 3 Gerichte
Reis, eine Suppe, drei Gerichte. Sogar wo jedes davon auf dem Tablett steht, ist festgelegt.
Die drei Gerichte
Reis, eine Suppe, drei Gerichte — 1 Hauptgericht und 2 Beilagen. Das ist Ichiju-sansai, seit Generationen als Form einer ausgewogenen Mahlzeit gelehrt.
Zwei Gerichte statt drei ist Ichiju-nisai. Die Form übersteht das Weglassen — was wegfällt, ist eine Beilage, nie das Hauptgericht, die Suppe oder der Reis.
- Grundnahrungsmittel — Reis
- Suppe — Miso-Suppe oder klare Suppe
- Hauptgericht — Fisch, Fleisch oder Ei. Gegrillt oder gebraten
- Beilage — Gemüse, Kartoffel, Bohnen, Meeresalgen. Meist geschmort
- Zweite Beilage — angemachtes Blattgemüse, eingelegte Gerichte, Ohitashi
- Tsukemono — zählen nicht zu den dreien
Wo jedes steht
Die Anordnung ist festgelegt. Reis vorne links, Suppe vorne rechts. Hauptgericht hinten rechts, Beilage hinten links, zweite Beilage in der Mitte.
Es gibt Gründe dafür. Die Reisschale wird mit der linken Hand angehoben, deshalb steht sie links. Die Suppe zu verschütten wäre das Schlimmste, deshalb steht sie auf der dominanten rechten Seite, wo sie am wenigsten angestoßen wird.
Ein ganzer Fisch wird mit dem Kopf nach links gelegt. Dasselbe Prinzip — links ist die ranghöhere Seite — zieht sich durch die Anordnung der Schalen wie durch die Richtung des Fisches.
Was die UNESCO tatsächlich eingetragen hat
2013 nahm die UNESCO „Washoku, traditionelle Ernährungskulturen der Japaner“ auf. Eingetragen wurden nicht Sushi oder Tempura. Es war die Gesamtheit der Bräuche und Praktiken rund um das Essen, aufgebaut auf dem Respekt vor der Natur.
Vier Merkmale werden genannt: vielfältige, frische Zutaten und Respekt vor ihrem jeweils eigenen Geschmack; eine ernährungsphysiologisch ausgewogene Kost; der Ausdruck natürlicher Schönheit und des Wechsels der Jahreszeiten; und eine enge Verbindung zu den Festen des Jahres, allen voran dem Neujahrsfest.